Archiv der Kategorie: Linker Liedersommer 2013

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Eine Burg und linke Lieder – wie alles kam

Die Burg-Waldeck-Festivals der 60er Jahre zwischen Tradition und Aufbruch

Publikum beim Burg-Waldeck-Festival 1968 - Foto: © By Mirdsson2 (Own work) - CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0, via Wikimedia CommonsWer ist die Protestgeneration?

Foto: © By Mirdsson2 (Own work)

CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0, via Wikimedia Common

Ein Mann mit Gitarre, in einem rustikalen Raum vor einer Kerze sitzend,singt über die “guten alten Zeiten”. Das Publikum fällt in den Refrain ein, und schon der schroffe Rhythmus des Liedes verrät, daß hier keiner weinseligen Nostalgie gefrönt wird. Auf dem von Bildstörungen durchzuckten, schwarzweißen Fernsehbericht aus dem Jahre 1966 entwirft ein junger Franz-Josef Degenhardt ein postapokalyptisches Szenario, das einen Blick aus scheinbar ferner Zukunft zurück auf eine Welt bietet, deren Niedergang in der Gleichgültigkeit und Feindseligkeit, die zwischen ihren Bewohnern herrschte, bereits angelegt war. “In den guten alten Zeiten” fanden verhängnisvolle Dinge statt, die ändern zu können das Privileg derjenigen ist, die hier aus der Sicht einer entwicklungsgeschichtlich auf ein urzeitliches Stadium zurückgefallenen Horde als Wesen von kurioser Widersprüchlichkeit bestaunt werden.

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Eine Burg und linke Lieder – Soziales nach Noten

5. Linker Liedersommer auf Burg Waldeck vom 21. bis 23. Juni 2013

Überwucherter Turm der historischen Burg Waldeck - Foto: © 2013 by SchattenblickAuferstanden aus Ruinen …

Foto: © 2013 by Schattenblick

Der Linke Liedersommer auf Burg Waldeck greift die Tradition jenerlegendären Festivals der 1960er Jahre auf, die für den Höhenflug wie auch das Scheitern des politischen Liedes in Deutschland stehen. Nun schon zum fünften Mal machte sich ein kleiner, aber wachsender Kreis interessierter Menschen daran, im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Treffens im Hunsrück auf jene einander zugewandte und schöpferische Zusammenkunft zurückzukommen, die unwiederbringlich verloren schien. Vor der Entuferung, Spaltung und Kommerzialisierung dieser Liedkultur anzusetzen, mutet auf den ersten Blick wie ein nostalgisches Klammern an längst verflossene bessere Zeiten an, in die sich eine ältere Generation flüchtet. Wer dieser Gefahr ins Auge sieht, aber dennoch nicht einsehen will, daß mit den Niederlagen der Vergangenheit auch die Gründe zu kämpfen aus dem Feld geschlagen sind, kann allerdings zu anderen Schlüssen gelangen.

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Eine Burg und linke Lieder – Die Kunst zu treffen

Workshop “Kunst als Waffe” am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Plakat im Centro Sociale in Hamburg - Foto: 2013 by Schattenblick
Aus der Ausstellung “Kultur und Widerstand von 1967 bis heute” [1]

Foto: 2013 by Schattenblick

Beim diesjährigen Linken Liedersommer vom 21. bis 23. Juni auf Burg Waldeck zielte der Workshop “Kunst als Waffe” thematisch geradewegs ins Schwarze jener Frage, die politische Künstler und zwangsläufig auch die sich der Kunst bedienende Politik seit jeher beschäftigt hat. Kann man Menschen mit künstlerischen Mitteln im emanzipatorischen Sinn zum Aufbegehren gegen die herrschenden Verhältnisse inspirieren oder im Gegenteil zu den reaktionärsten Gesinnungen und Greueltaten verleiten und anstacheln?

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Eine Burg und linke Lieder – Nieder und Lagen und Blicke voran, Kai Degenhardt im Gespräch

Interview mit Kai Degenhardt am 21. Juni 2013 auf Burg Waldeck

Der Musiker Kai Degenhardt ist mit zahlreichen Auftritten und bislang fünf CD-Veröffentlichungen fester Bestandteil der deutschsprachigen Liedermacherszene. Seit 1987 hat er die Produktionen seines 2011 verstorbenen Vaters Franz Josef Degenhardt an der Gitarre und als Arrangeur maßgeblich mitgeprägt. In der Sozialistischen Wochenzeitung UZ hat sich Kai Degenhardt kritisch mit zeitgenössischen Entwicklungen der internationalen Musikkultur auseinandergesetzt. Beim diesjährigen Linken Liedersommer auf Burg Waldeck, an dem der Musiker mit einem Workshop und einem Auftritt beteiligt war, beantwortete er dem Schattenblick einige Fragen.

 

Im Gespräch - Foto: © 2013 by Schattenblick
Kai Degenhardt

Foto: © 2013 by Schattenblick

Schattenblick: Kai, du hältst morgen einen Workshop zum Thema “Die Geschichte des politischen Liedes in Deutschland” ab. Worum soll es dabei gehen?

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Eine Burg und linke Lieder – Zeitenwenden, Brückenköpfe, Dr. Seltsam und Detlev K. im Gespräch

Kücheninterview am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Der Autor und Moderator Dr. Seltsam gehört zu den Begründern der Berliner Lesebühnen und Mix-Kultur-Shows. Seit über zwanzig Jahren hat er neben seinen originellen Demoauftritten immer neue Showformate geschaffen. In “Dr. Seltsams Wochenschau” geht es um Ökonomie und Antifaschismus, politische Justiz, Kriege, Krise, Kommunismus, Hartz-IV, Miete und die Allerärmsten Berlins. Zahlreiche Kabarettisten, Musiker, Sänger, Autoren und andere interessante Zeitgenossen waren bereits bei ihm zu Gast.

Detlev K. feierte im vorigen Jahr sein 60jähriges Bühnenjubiläum. Zunächst in Kinderchören, später Schlagzeuger und Sänger als Gebrauchsmusiker in Tanzkapellen und Rockformationen, spielt er seit 2001 linke Lieder und hat sich in Berlin als professioneller Musiker und Interpret politischer Texte sowie als Mitarbeiter der Onlinezeitung “Trend” einen Namen gemacht. Er ist einer der Initiatoren und Aktivisten der Initiative Kotti&Co, der Mietergemeinschaft aus den Sozialwohnungsbauten am südlichen Kottbusser Tor. [1]

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Eine Burg und linke Lieder – Nicht weichen, sondern Analyse, Klaus Hartmann im Gespräch

Interview mit Klaus Hartmann am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Klaus Hartmann ist Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes e. V. (DFV) und begleitete den Linken Liedersommer 2013 auf Burg Waldeck mit mehreren programmatischen Reden. Am Rande dieser Veranstaltung des politischen Liedes beantwortete Hartmann dem Schattenblick einige Fragen zur kulturellen und politischen Ausrichtung der Freidenker-Bewegung.

Im Gespräch - Foto: © 2013 by Schattenblick
Klaus Hartmann

Foto: © 2013 by Schattenblick

SB: Herr Hartmann, inwiefern ist der Deutsche Freidenker-Verband mit der Organisation des Linken Liedersommers beschäftigt?
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Eine Burg und linke Lieder – Liederparadies im Schatten, Gina und Frauke Pietsch im Gespräch

Interview mit Gina und Frauke Pietsch am 23. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Die Sängerin und Schauspielerin Gina Pietsch blickt auf eine langjährige Karriere als Bühnenstar sowie Solistin in zahlreichen Radio- und Fernsehproduktionen der DDR zurück. Nach einem Studium der Germanistik und Musik an der Karl-Marx-Universität Leipzig lernte sie Chanson bei Gisela May an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und absolvierte das Fach Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” in Berlin. Bis heute unterrichtet sie diese Fächer neben ihrer Arbeit als Solokünstlerin, die auch auf diversen CDs dokumentiert ist. Sie verfügt über ein Repertoire von rund 40 Abenden mit Texten und Liedern zahlreicher Autoren von Erich Fried über Heinrich Heine bis zu Mikis Theodorakis, ist aber insbesondere für ihre Interpretationen der Werke Bertolt Brechts bekannt, die sie in 18 Programmen zu verschiedenen Themenstellungen präsentiert.Ihre Tochter Frauke Pietsch ist Musik- und Kommunikationswissenschaftlerin, arbeitet seit 1997 als Fachübersetzerin und hat ihrerseits eine musikalische Karriere als Sängerin und Klavierspielerin in Angriff genommen. Beim diesjährigen 5. Linken Liedersommer auf Burg Waldeck bestritten Gina und Frauke Pietsch das Abschlußkonzert mit dem leicht gekürzten Programm “Doch hör nicht auf mich – Mütter-Töchter-Lieder und -Texte”. Im Anschluß daran beantworteten sie dem Schattenblick einige Fragen.

Auf der Bühne der Burg Waldeck - Foto: © 2013 by Schattenblick
Frauke und Gina Pietsch beim Linken Liedersommer

Foto: © 2013 by Schattenblick

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Eine Burg und linke Lieder – Genius verkannt, Uli Holzhausen und Matthias Leßmeister im Gespräch

Großer deutscher Lyriker Franz Josef Degenhardt

Interview am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Uli Holzhausen wurde in den 60er Jahren von den legendären Festivals auf der Burg Waldeck im Hunsrück politisch und musikalisch wesentlich beeinflußt. Zuerst mit internationalen Folksongs und später zunehmend mit deutschsprachigen Liedern gab er regelmäßig Konzerte. Er gründete den Mainzer Folksinging Club, in dem viele Folk-Konzerte stattfanden. Aus dieser Erfahrung heraus veranstaltete er ab 1972 die ersten Ingelheimer Folkfestivals. Drei Jahre später war er Mitbegründer des “Open Ohr Festivals” in Mainz, dem einzigen noch immer stattfindenden politischen Jugendfestival in der Bundesrepublik. In dieser Zeit trat er als Veranstalter auf und stand nicht selbst als Künstler auf der Bühne. Ab 1992 konzentrierte er sich auf Konzerte mit jiddischen Liedern und der Klezmermusik zusammen mit Matthias Leßmeister am Akkordeon und seit fast zehn Jahren auch mit Sonja Gottlieb. Seit dem Jahr 2005 haben Uli Holzhausen und Matthias Leßmeister ein Soloprogramm ausschließlich mit Liedern von Franz Josef Degenhardt erarbeitet, mit dem sie seither auftreten.

Seite an Seite stehend - Foto: © 2013 by Schattenblick
Uli Holzhausen und Matthias Leßmeister

Foto: © 2013 by Schattenblick

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Eine Burg und linke Lieder – … leiser geworden, Rainer Johanterwage im Gespräch

“Heute ist diese Angst wieder da …”

Interview am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

 

Beim 5. Linken Liedersommer, der vom 21. bis 23. Juni auf Burg Waldeck stattfand, berichtete Rainer Johanterwage als Teilnehmer des Workshops “Kunst als Waffe” von seiner langjährigen Arbeit in einem Betrieb der Möbelindustrie. Er schilderte die gravierenden Veränderungen zu Lasten der Beschäftigten in dieser Branche wie auch die daraus resultierenden Hindernisse, die einer engagierten Interessenvertretung im Wege stehen. Nach dem Workshop beantwortete er dem Schattenblick einige Fragen zu Konflikten im Betrieb, den Erfahrungen mit Kollegen und einer möglichen Unterstützung durch politische Organisationen oder Parteien.

Auf den Stufen vor der Freilichtbühne sitzend - Foto: © 2013 by Schattenblick
Rainer Johanterwage

Foto: © 2013 by Schattenblick

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Eine Burg und linke Lieder – lautloses Ende, Jürgen Eger im Gespräch

Leid und Tod nach dem Anschluß der DDR

Interview am 22. Juni 2013 auf Burg Waldeck

Der in Berlin geborene Liedermacher und Publizist Jürgen Eger bezeichnet sich selbst als Dichtersänger. Doch lassen wir ihn, auch was seine Lebensgeschichte betrifft, im Folgenden selbst zu Wort kommen: An ein Studium der Elektronik und Feinmechanik bis zum Diplom an der TU Dresden schloß sich Gesangsunterricht sowie Musiktheorie an der Musikschule Friedrichshain an. Später folgten dann noch ca. neun Jahre private Studien an der Berliner Musikhochschule und an der Humboldtuniversität in Musikgeschichte, Pädagogik, Soziologie, Theorie der darstellenden Künste, Philosophiegeschichte u.a.m. Seit 1979 arbeitete er freischaffend als Lehrer und (Amateur-)Musiker, 1981 machte ihn die Chansonsänger-“Pappe” zum anerkannten Berufs-Unterhaltungskünstler.

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