Lieder gegen Ausbeutung und Krieg

Zu seinem 8. Kulturseminar lädt der Deutsche Freidenker-Verband erstmals an einen anderen Ort als der traditionellen Burg Waldeck ein, nämlich ins Naturfreundehaus Rahnenhof bei Hertlingshausen in der Pfalz, vom 21. bis 23. Juni 2019. Veranstaltet von verschiedenen Landesverbänden der Freidenker, wird die Veranstaltung von der „Jenny-Marx-Gesellschaft für politische Bildung“, der „Arbeiterfotografie“ und der „Neuen Rheinischen Zeitung“ unterstützt.
Der „Linke Liedersommer“ hat traditionell das Verhältnis politischer Kämpfe zur Kultur der demokratischen und Arbeiterbewegung zum Thema. Er knüpft dieses Jahr nicht nur an die Liedermacher-Tradition auf Burg Waldeck in der Zeit der westdeutschen Außerparlamentarischen Opposition an, sondern auch an die Singebewegung und das Festival des Politischen Liedes in der DDR.
Die „BRD-Variante“ behandelt der Liedermacher Bernd Köhler („Schlauch“) aus Mannheim in seiner Gesprächsrunde „Nachrichten vom Untergrund – Lieder 1967-1989“, zum DDR-Pendant kann man sich unter dem Titel „Sag mir, wo Du stehst – Politische Lieder in und nach der DDR“ aus erster Hand beim Gründer des Oktoberklubs, Hartmut König, informieren.
Traditionell befassen sich die Freidenker-Kulturseminare nicht nur mit der Szene in Deutschland, ihr internationalistisches Selbstverständnis kommt in Programmpunkten wie dem des Chilenen Daniel Osorio (Saarbrücken) zum Ausdruck, der sich mit dem italienischen Kommunisten und Komponisten Luigi Nono auseinandersetzt: „Politisch und avantgardistisch – neue Wege für die Musik“. Ein Schlaglicht auf die aktuellen Brexit-Debatten wirft das Thema von Guy Dawson aus Liverpool: „Die Macht der irischen Musik im Kampf gegen die englische Herrschaft“.
Einen historischen Blick zurück in den „Vormärz“ der deutschen Revolution 1848 wirft Volker Gallé (Worms)mit „Liedern des Hambacher Fests: Fürsten zum Land hinaus!“. Ganz aktuell hingegen wird es bei den „Versen aus der Produktion – Klassenkampf-Klänge von heute“, die Christian Krähling, Streikaktivist bei Amazon, gemeinsam mit Ernesto Schwarz (Frankfurt am Main) präsentiert.
Am Abend des Samstag werden auf der Freilichtbühne die Ergebnisse der Gesprächsrunden vorgestellt, alle genannten Künstler treten auf, ebenso geben Hartmut Barth-Engelbart (Hanau), Reinhard Frankl (Aschaffenburg), Sonja Gottlieb (Idar-Oberstein) und Philipp Hoffmann (Kassel) Kostproben aus ihrem Repertoire. Die Matinée am Sonntag bietet „Lieder zu aktuellen Debatten“, getextet, komponiert und vorgetragen von Dr. Diether Dehm, der von Michael Letzsch (Oktoberklub) am Piano begleitet wird.
Übernachtet werden kann auf dem Zeltplatz, im Wohnmobil oder im Doppelzimmer mit Dusche und WC, es können alle Mahlzeiten gebucht oder die Gaststätte des Naturfreundehauses besucht werden, auch Selbstverpflegung ist möglich. Die Teilnahme am kompletten Seminar kostet 25,00 € (ermäßigt 12,00 €). Genauere Auskünfte und Anmeldung auf www.linker-liedersommer.de oder bei Monique Broquard, Am Friedhof 10, 66280 Sulzbach, Tel.: 06897 2446, Mobil 0152 53190992, E-Mail: linker- liedersommer(at)freidenker.org.
Das Kulturwochenende startet am Freitagabend mit gemeinsamem Singen am Lagerfeuer, und wer nach der Abschlussdiskussion Sonntag mittags noch nicht genug hat, kann 50 km weiter nach Ramstein reisen, wo mit dem Friedenscamp ab Sonntag die diesjährigen Protestaktionen der Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“ eröffnet werden.

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