Erich Schaffner spielt „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus

Am 5. September findet die nächste gemeinsame Kulturveranstaltung der Freidenker gemeinsam mit dem Heinrich-Hein-Club Offenbach statt.

Karl Kraus sagte über sein zwischen 1915 und 1922 entstandenes Dramenstück: „Theatergänger vermöchten ihm nicht standzuhalten“. Tatsächlich hätte auch der enthusiastischste Theatergänger vor 200 Szenen und 500 Schauspielern kapituliert, Erich Schaffners Bühnenversion amüsiert dagegen seine Zuschauer.

Auf 30 Szenen gekürzt, versteht es der Schauspieler das vom Ersten Weltkrieg handelnde Werk von Karl Kraus mit seiner ganzen Ironie und Bitterkeit auf der Bühne darzustellen, was bei der thematisierten Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges eine Herausforderung ist. Nicht zuletzt durch seine musikalischen Einlagen versteht es Erich Schaffner Gesellschaftskritik amüsant zu päsentieren und auch den nicht so standhaften Theatergast von seiner Kunst zu überzeugen.erich

Der faszinierende Schauspieler wechselt Kostüme, singt Soldaten- und Arbeiterlieder, trötet Marschlieder, ändert in seiner Stimmfarbe und Mimik seine Rollen, wenn er einen Wiener, einen Berliner oder auch eine Frauenrolle spricht.

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Interview mit Konstantin Wecker

Anfang August trafen sich der stellvertretende Landesvorsitzende Norbert Müller und Konstantin Wecker. Sie sprachen über das politische Lied und auch über den Linken Liedersommer.

Die Aufzeichnung wurde mit Bildern der vergangenen Veranstaltungen versehen. Viel Spaß beim zuhören (ca. 15 Minuten)

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Die Vorbereitungen zum Linken Liedersommer 2017 haben begonnen

liedersommer2017Letzte Woche trafen wir uns an der Mosel zur Vorbereitung des nächsten Linken Liedersommer. Zur Info schon mal jetzt soviel:
Der Schwerpunkt wird sein „100 Jahre Oktoberrevolution“ und „Die Entwicklung des Arbeiterliedes“. Beides sind von mir nur erfundene Arbeitstitel. Aber sie spiegeln bereits die inhaltlichen Themen, mit denen wir uns beschäftigen wollen.

 

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Lesung „Feindbild Russland“ am 10. Mai


Der Flyer kann hier herunter geladen werden.

Weitere Informationen zum Buch:

ISBN 978-3-85371-401-0, br., 304 Seiten, 19,90 Euro
Auch als E-Book erhältlich

Die Typisierung „des“ Russen mit allerlei negativen Adjektiven beherrscht aufs Neue die Schlagzeilen deutschsprachiger Medien. Der dabei verwendete Singular ist ein untrügliches Zeichen für Distanz, Abscheu, Hass. Die meinungsbildenden Kräfte im Westen, so lehrt uns die Zeitgeschichte, freundeten sich mit Russland und seinen Führern nur in der Phase der Zerstörung der Sowjetunion an. Schon kurz darauf schlug die Freude über das Ende der kommunistischen Epoche in Skepsis um. Das alte Feindbild entstand neu.

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg herrscht im Westen wieder eine russophobe Grundstimmung. Washington und Brüssel erlassen Einreiseverbote gegen Diplomaten, verhängen Sanktionen, sperren Konten, schließen Russland aus internationalen Gremien aus, boykottieren sportliche Großereignisse und mobben „Russlandversteher“ in den eigenen Reihen. Ein Stellvertreterkrieg in der Ukraine verfestigt das gegenseitige Misstrauen.

Hannes Hofbauer verfolgt das Phänomen der Russophobie zurück bis ins 15. Jahrhundert, als der Zar im Zuge der kriegerischen Reichsbildung gegen Nordwesten zog. Es ging um Herrschaft, Konkurrenz und Meereszugang. Der Kampf um reale wirtschaftliche und (geo)politische Macht wurde auch damals schon ideologisch begleitet: Der Russe galt seinen Gegnern als asiatisch, ungläubig, schmutzig und kriecherisch, Stereotypen, die sich über Jahrhunderte erhalten haben.

Das Feindbild-Paradigma zieht sich wie ein roter Faden durch die Rezeption Russlands im Westen. Aktuell reagiert diese empört auf die Politik des Kreml, der mit der Machtübernahme Wladimir Putins innenpolitisch auf Konsolidierung und außenpolitisch auf Selbständigkeit setzt. Die Wegmarken der neuen Feindschaft sind zahlreich. Sie reichen vom Krieg der NATO gegen Jugoslawien (1999) über die Verhaftung des Oligarchen Michail Chodorkowski (2003) und die Osterweiterung der NATO, den mit US- und EU-Geldern unterstützten „Farbrevolutionen“ bis zum Krieg um die georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien (2008) und hinterlassen die bislang tiefste Kluft im Kampf um die Ukraine (2015), die am überwunden geglaubten West-Ost-Konflikt auseinander gebrochen ist.

„Feindbild Russland“ erzählt die Beziehungsgeschichte des Westens mit Russland und spürt den wirtschaftlichen und geopolitischen Grundlagen der Russophobie nach.

Der Autor
Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte und arbeitet als Publizist und Verleger.

„Faschismus gestern und heute“ – Ausstellung und Lesung in Hanau am 2. und 8. Mai

PROGRAMM
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1.Mai
„…Gerade dich, Arbeiter, wollen wir“
Ausstellungseröffnung

Olof-Palme-Haus,
Pfarrer-Hufnagelstr.2, Hanau

2. Mai, 18 Uhr
„Faschismus gestern und heute“

Eine Lesung mit Auszügen aus dem Buch von Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ und Gedichten und Liedern der Arbeiterbewegung:

Anna Seghers trifft … ,
das 7.Kreuz sucht den Widerstand von Gestern und Heute.
Das 7.Kreuz ist nicht vom Himmel gefallen.
Es hatte Vorbedingungen:
Es kam nicht über Nacht
Es wurde Schlag auf Schlag gemacht
Von oben generalstabsmäßig vorbereitet
Tag für Tag

Das 8. Kreuz kommt ohne Haken?  Ist das Ermächtigungsgesetz in unsren Tagen vielleicht das TTIP & @CETerA.  Welche Schritte aus der Mitte bereiten diesem Kreuz den Boden ?

Ein Programm von Hartmut Barth-Engelbart, Erich Schaffner, Ernst Schwarz und Mahmut Bulut

8. Mai, 11 Uhr
„Faschismus gestern und heute“

Eine Lesung mit Auszügen aus dem Buch von Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ und Gedichten und Liedern der Arbeiterbewegung

Ein Programm von Hartmut Barth-Engelbart, Erich Schaffner, Ernst Schwarz und Mahmut Bulut

Der Flyer kann hier herunter geladen werden.

AUSSTELLUNG
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„…GERADE DICH, ARBEITER, WOLLEN WIR.“

NATIONALSOZIALISMUS UND FREIE GEWERKSCHAFTEN
IM MAI 1933

Ausstellung

02.-15.Mai 2016

Gewerkschaftshaus Hanau,
Am Freiheitsplatz 6

Der 2. Mai 1933 war der Tag, an dem die deutschen Faschisten deutlich zeigten, was sie von der organisierten Arbeiterbewegung hielten. SA-Truppen stürmten überall in Deutschland die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten die Gewerkschaftsgelder. Und sie verschleppten, folterten und ermordeten hunderttausende aktive Gewerkschafter. Nur drei Monate, nachdem die Macht in Deutschland an die Nationalsozialisten übergeben worden war, gehörten damit Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zu den ersten Opfern des deutschen Faschismus.

Es gehört zur Tragik unserer Geschichte, dass die Gewerkschaften die Gefahr des deutschen Faschismus nicht rechtzeitig erkannt haben.Viele Gewerkschaftsfunktionäre hatten geglaubt hatten, sie könnten mit den Nazis zum Wohle der Arbeitnehmer zusammenarbeiten. So rief der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) seine Mitglieder dazu auf, am 1. Mai gemeinsam mit den Nazis auf die Straße zu gehen. Viele Kolleginnen und Kollegen taten dies äußerst widerwillig, ahnten sie doch, dass die NSDAP kein Partner, sondern Feind der organisierten Arbeiterbewegung war. Das wurde am 2. Mai offensichtlich. Zielstrebig und gründlich zerschlug das NS-Regime die Arbeiterbewegung. Für freie, unabhängige, der Demokratie verpflichtete Gewerkschaften war im NS-Staat kein Platz.

Die Auseinandersetzung mit dem 1. und 2. Mai 1933 bildet immer wieder den erschütternden Anlass für das Gedenken an die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die der Barbarei des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.